Deerhunters

Qualitätskriterien beim Züchten: Das sogenannte "Goldene Gütezeichen" der SKG (Schweizerische Kynologische Gesellschaft) gewährleistet, dass die Zuchtstätte regelmässig kontrolliert wird. Wir unterstützen dieses Anliegen nicht nur, sondern wollen die Normen möglichst übertreffen. Seit 1982 ist unsere Zuchtstätte ununterbrochen unter diesem Label zertifiziert.

Interview: 20 Jahre Deerhounds "the Deerhunters"

Interview mit Renée E. Devaux von Marianne Del Sole, Heidi Gröbli und Eva Krähenbühl

Wo bist Du dem Deerhound zum ersten Mal begegnet?

Lange Zeit hatte ich für grosse Hunde, speziell Deutsche Doggen, geschwärmt, daneben gefielen mir aber auch rauhhaarige und windhundartige Hunde. Der Irish Wolfhound vereinigte nicht nur Grösse und Rauhhaarigkeit, sondern auch Gutmütigkeit. Was ich dann über den Deerhound erfuhr, versprach sogar, alle Vorlieben zu vereinigen. 1977 sah ich an der int. Ausstellung in Aarau erstmals bewusst einen Deerhound. Damit begann ein Reifeprozess. An der Windhundschau in Langenthal 1978 waren mehrere Deerhounds anwesend.. Als ich dort Aimwell of the Scottish Highlands sah, war es vollends um mich geschehen. Noch am selben Abend rief ich Aimwells Züchterin Ruth Oess an. Der C-Wurf "of the Scottish Highlands" war gerade einige Tage alt. 10 Wochen später begann "mein Leben mit Deerhounds", als Cygnet bei uns einzog.

Was hat Dich bewogen, Deerhounds dann auch zu züchten?

Hundezucht hatte mich schon länger beschäftigt, die "Kreativität" des Züchtens faszinierte mich, ich meine damit alle Phasen von der Planung einer Paarung über den Deckakt, die Trächtigkeit, das Werfen bis zu Aufzucht und Prägung der Welpen.. Deshalb stand von Anfang an fest, dass ich auch züchten würde.

 

Wann hattest Du Deinen ersten Wurf und mit wem?

Unser erster Deerhound-Wurf fiel am 1.6.1981. Cygnet hatte es vorher geschafft, ihr internationales und Schweizer Schönheitschampionat zu erlangen. Den allerersten Wurf hatten wir aber bereits ein Jahr früher, nämlich aus Bukra, einer Saluki-Hündin mit Saudi-Abstammung, die wir quasi als Notfall übernommen hatten.

 

Hast Du anfänglich Unterstützung von anderen Züchtern bekommen?

Direkte Unterstützung erhielt ich von Ruth Oess, die mit uns nächtelang mögliche Paarungen durchging anhand von Ahnentafeln, Fotos und gesammelten Daten über verwandte Tiere. Indirekt habe ich natürlich von vielen Züchtern verschiedenster Rassen gelernt. Gerade negative Erfahrungen anderer waren wichtige Hinweise. Ich erinnere mich z.B. noch gut daran, dass eine erfahrene, sehr erfolgreiche Afghanenzüchterin einmal sagte, ihre Linie sein nun so durchgezüchtet, dass für sie keine Ueberraschungen — weder Fehler noch Qualitäten — mehr auftauchen könnten. Kurze Zeit später wurde sie eines besseren belehrt, als völlig unerwartet einer ihrer Hunde einen Rückbiss aufwies.

  Cygnet mit Katze
Cygnet mit Katze

 

Von wem hast Du am meisten gelernt?

Eine Rangfolge gibt es natürlich nicht, aber Phasen, welche durch besonders intensives Lernen geprägt waren, schon. So haben Kurt und ich 1979 über 10 Deerhound-Züchter in Grossbritannien besucht und natürlich jedes einzelne Wort in uns aufgesogen. Ich habe mir sogar abends jeweils Notizen gemacht! In dieser Zeit begann gerade so richtig der Uebergang von einigen wenigen "grossen" Züchtern, die viele Hunde halten konnten und entsprechend Würfe zogen, zu kleineren Zuchten, in welchen seltener Würfe fielen und die in viel stärkerem Masse auf Zusammenarbeit mit anderen Züchtern angewiesen waren. Miss Linton (Geltsdale) war gerade gestorben, Miss Bell (Enterkine) lebte im Altersheim, aber Hunde aus ihren Zuchten waren noch präsent. Natürlich haben Miss Hartley und Miss Noble, ihre Hunde und ihre Hundehaltung einen grossen Eindruck gemacht. Wir haben auch Miss Cox und Dr. Poyner-Wall besucht, die nicht nur von ihrem Alter her sondern auch als Züchter einer jüngeren Generation angehörten; sie besassen wenige Hunde, die vorwiegend im Haus lebten. Wir haben auch junge Züchter kennengelernt, Mary Girling, Eve Hamilton, Lesley Edmunds und Mary Churchill, die gerade ihren ersten Wurf hatte, um nur einige zu nennen. Auch von ihnen haben wir Eindrücke mitgenommen.


Von Miss Hartley — aber in gewisser Weise auch von Miss Noble - lernten wir wohl in erster Linie, dieser edlen Rasse und ihren Förderern Tribut zu zollen. Selbstverständlich benimmt man sich am Ring so, wie es sich für den Halter eines edlen Hundes gehört: Unauffällig, ohne je lauthals Kritik an einem Hund oder einem Richter zu üben.. In Grossbritannien benennt man z.B. einen Welpen nur in Ausnahmefällen nach einem Champion.


Ein beiläufig ausgesprochener Satz von Miss Hartley, von mir mit etwas Verwunderung zur Kenntnis genommen, bekam sehr schnell einen tiefen und wichtigen Sinn: "Wer züchten will, sollte genügend Platz haben, um zur Not einen ganzen Wurf längere Zeit behalten zu können." Ganz kurz darauf habe ich mich natürlich daran erinnert, als bei Helmut und Ruth Oess ein Fuchs aufs Grundstück eindrang, der sich als tollwütig erwies. Wären zu diesem Zeitpunkt die Welpen nicht nachweislich hinter einem Doppelzaun gewesen, hätte der Wurf so wie die erwachsenen Hunde für einige Monate unter Quarantäne gestanden. Gerade heute nach dem Attentat in New York haben sich auch viele amerikanische Züchter Sorgen gemacht, wie es mit ihren Welpen weitergehen soll, ob sie sie überhaupt abgeben sollten und ob sie in der Lage wären, sie länger zu behalten. Ich denke ,dass generell solch wichtige Aussagen leider immer wieder aktuell werden.


Jedenfalls haben auch wir uns stets an Miss Hartleys Prinzip gehalten.


Zwar war dieser Urlaub 1979 in keiner Weise erholsam, aber ungemein wichtig für unsere Entwicklung zu und mit dieser Rasse.

Kelty
Kelty
 

Welches Zuchtziel hattest Du zu Beginn vor Augen?

Ich denke, viele junge Züchter haben hochgesteckte Ziele. So ging es auch mir: Ich wollte die Rasse verbessern und mithelfen, den fast perfekten Deerhound zu züchten, was immer das auch heisst.

 

Hat sich daran bis heute etwas geändert?

Natürlich habe ich längst begriffen, dass der Deerhound als Rasse nur schwer zu "verbessern" ist. Es gilt vielmehr, die Rasse weiterhin so zu erhalten, wie die Züchter es in den letzen über 100 Jahren gemacht haben. Uebertreibungen vermeiden, die Funktionalität des Einzeltieres überprüfen, das ist wichtig.

 

Welche Zuchtstätten haben Deine Zucht besonders geprägt?

Während unserer Grossbritannienreise 1979 hat sich bestätigt, was ich eigentlich schon von Anfang an empfunden hatte: die kräftigen, dunklen, kurzhaarigeren Hunde, die damals vorwiegend in Schottland zu finden waren, sprachen mich mehr an als die oft hocheleganten silberfarbenen "Engländer", mit längerem und feinerem Haar. Die Ardkinglas-Hunde beeindruckten mich sehr und noch jetzt führen unsere Hunde viel Ardkinglas-Blut.

 

Hat sich Deines Erachtens der Deerhound in den 20 Jahren, seit Du zu züchten begonnen hast, verändert?

Die Rasse verändert sich dauernd! Allerdings zum Glück nicht grundlegend. An der Breed Show kann dies wunderbar beobachtet werden, deshalb fahre ich so gern regelmässig hin. Im ersten Jahr sieht man bei ein paar Junghunden einen bestimmten Fehler, oft sind sich die Briten dessen nicht bewusst. Im zweiten und dritten Jahr sieht man diesen Fehler schon sehr häufig, im vierten oder fünften Jahr nimmt er bereits wieder ab, dafür taucht ein anderer Fehler auf usw.

 

Hattest Du einen ganz besonderen Deerhound? Einen, der Dir besonders viel bedeutete? Einen, der besonders erfolgreich war? Hattest Du einen absoluten Liebling?

Ich denke, dass der erste Hund, den man von einer Rasse besitzt, immer einen ganz besonderen Stellenwert hat. Für mich gilt dies jedenfalls. Cygnet of the Scottish Highlands, meine erste Deerhound-Hündin, war so souverän, dass sie sogar mich voll im Griff hatte, was ich allerdings erst später realisierte. Aber jeder Hund hat seine ganz eigene Persönlichkeit und ist auf seine Art etwas Spezielles und Besonderes. Deshalb mag ich auch jeden auf etwas andere Art. Ein paar Beispiele: Giuis liebte es - im Gegensatz zu unseren meisten Hunden - mit mir allein zur Ausstellung zu fahren, ich musste dann aber ausschliesslich für sie da sein, sonst wurde sie furchtbar eifersüchtig und sprang mir ins Gesicht. Killean war sehr ernst und eine grosse Jägerin Als einzige unserer Hündinnen lief sie immer 100% zuverlässig, auf der Bahn und am Coursing, sogar nach der Läufigkeit. Ihre Schwester Kyna war ganz anders, wohl der intelligenteste Deerhound, den wir bisher besassen, und nur auf Spass aus, dabei aber ein richtiger Gambler. - übrigens auf der Bahn klar schneller als Killean! Wenn ich nach einem ganzen Tag oder längerer Abwesenheit nachhause komme und die Hunde begrüsse, steht Moira immer zufälligerweise da, wo ich hin will, und will jedes Mal wieder begrüsst werden. So hat jeder einzelne seine Besonderheiten, die einen natürlich auch mal nerven können.

 

Welcher kam Deinem Ideal am nächsten? Von Deinen eigenen? Überhaupt?

Ich glaube, Murdoch war der Hund, der von den selbstgezüchteten Hunden meinem Ideal bisher am nächsten kam. Tulla und ihre Tochter Verran gefallen mir gut, auch wenn sie nicht ganz mein Traumtyp sind.

Ch. Shenval Brocade hat es uns anfangs 80er-Jahre sehr angetan, deshalb wollten wir auch einen Sohn von ihr, das war Findronach Eildon. Besonders beeindruckt hat mich aber Ch. Betsinda of Rotherwood, eine sehr grosse, substanzvolle Hündin, wunderbar korrekt gebaut, trotz ihrer Grösse hatte sie eine feminine, gar nicht aufdringliche Ausstrahlung und zeigte mit ihrer Besitzerin Miss Hartley vollkommene Harmonie.

 

Welch Auszeichnungen freuten Dich am meisten?

Ausstellungen mag ich nur, wenn sie was besonderes sind: angenehmer Ort, guter Richter, gute Konkurrenz. In der Regel sind das keine internationalen Ausstellungen! Es ist für mich eine Genugtuung, unter ganz verschiedenen Richtern an der deutschen Deerhound-Jahresausstellung regelmässig platziert zu sein. Tulla gewann z.B. 1995 unter Kay Barrett die offene Klasse, in der immerhin 22 Hündinnen standen. Das hat mich sehr gefreut. Ebenso als unsere beiden Y-Hündinnen, Yarrow und Yankin, letztes Jahr insgesamt dreimal Jugend- Best In Show wurden. Natürlich freue ich mich auch, wenn unsere Hunde erfolgreich Coursing laufen.

 

Wie viele Deerhounds hältst Du im allgemeinen gleichzeitig?

In der Regel züchten wir nur einen Wurf, wenn wir aus dieser Verbindung auch einen Welpen behalten möchten. Denn wir züchten in erster Linie für uns selber. Dies ist — unter anderem — ein Grund, weshalb wir lange nicht soviel züchten, wie es vom züchterischen Standpunkt aus eigentlich ideal wäre. In der Regel leben 5 bis 8 Deerhounds mit uns zusammen. Sie wollen ja nicht nur regelmässig ausgeführt werden, sondern haben auch ihre ganz individuellen Bedürfnisse, die ich ihnen soweit möglich zu befriedigen versuche.

Leider braucht ab und zu ein Hund aus unserer Zucht ein neues Zuhause und zieht vorübergehend (oder für immer) bei uns ein.

 

Behältst Du auch die alten Hunde?

Was für eine Frage! Selbstverständlich bleiben alle Hunde bis zu ihrem Lebensende bei uns. Dies ist ein Prinzip Zudem erliegen wir dem Charme älterer Hunde immer wieder, sie sind etwas ganz Besonderes. Allerdings brauchen sie besondere Zuwendung und gut dosierte Bewegung. Die ältesten nehme ich oft mit auf die Welpenspaziergänge, die kürzer sind, zudem gibt es ihnen das gute Gefühl, den Kleinen weit überlegen zu sein, gleichzeitig fühlen sie sich aber auch verantwortlich.

 

Welche Eigenschaften sollte eine gute Zuchthündin/ ein guter Zuchtrüde haben?

Diese Frage kann ich nicht so generell beantworten. Meine persönliche Beurteilung basiert nicht primär auf dem Erscheinungsbild, sondern auf genetischen Grundlagen. Ich versuche möglichst viel von den Verwandten in Erfahrung zu bringen. Je ausgeglichener z.B. ein Wurf vom Typ her ist, umso grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Typ auch weitervererbt wird. Ein hervorragender Hund, dessen Geschwister alle nichts Besonderes sind, ist als Zuchttier kaum wertvoll. Selbstverständlich versuche ich, Informationen zu in der Familie aufgetretenen Krankheiten resp. Robustheit und Lebenserwartung zu erhalten. Charakter und Temperament sind auch von grosser Bedeutung. Rüde und Hündin sollten möglichst nicht dieselben Fehler haben, und schliesslich sollten die beiden auch einfach fürs Auge ein schönes Paar abgeben!

 

Wieweit praktizierst Du Linienzucht / Outcrossing?

Wir betreiben vorwiegend entfernte Linienzucht und werden dies wohl im Wesentlichen weiterhin tun, obwohl ab und zu ein Outcross nötig ist. Ehrlich gesagt habe ich immer ein mulmiges Gefühl bei Outcrosses, insbesondere weil wir dabei bisher nicht besonders erfolgreich waren. Um Inzucht riskieren zu dürfen, müsste man absolut überragende Hunde mit ebensolcher Verwandtschaft haben, so sehe ich dies jedenfalls.

 

Gibt es beim heutigen Deerhound charakterliche und gesundheitliche Probleme, die darauf zurückzuführen sind , dass er nicht mehr für seine ursprüngliche Arbeit eingesetzt werden kann?

Natürlich macht dies einen Unterschied! Hunde, die zur Arbeit verwendet werden, müssen sich regelmässig beweisen, um überhaupt in die Zucht zu gelangen. Um ihre Arbeit verrichten zu können, müssen sie physisch und psychisch robust sein und einiges wegstecken können. Es braucht im richtigen Zeitpunkt eine gewisse Aggression, Durchhaltewillen und —vermögen. Wir alle haben feststellen können, dass z.B. gerade Deerhounds aus dem Zwinger "Nelungaloo" (die Hunde werden von den Züchtern noch jagdlich eingesetzt) in der Regel doch vom Besitzer mehr abverlangen. Konkret sehe ich aber keine gesundheitlichen Probleme, die direkt damit zusammenhängen. Hingegen habe ich den Eindruck, dass es noch nie so viele nette, pflegeleichte und langweilige Deerhounds gegeben hat wie gerade jetzt.

 

Ist es Dir wichtig, dass der Deerhound möglichst an Ausstellungen und Rennen/ Coursings erfolgreich ist, also Schönheit und Leistung vereint? Oder denkst Du, dass bei den heutigen Lebensbedingungen der Jagdtrieb mit Vorteil nicht mehr allzu ausgeprägt sein sollte, also nicht mehr unbedingt zu fördern wäre?

"Eine Rasse erhalten" sollte immer auch bedeuten, die Fähigkeit zur ursprünglichen Arbeit so weit möglich bei Zuchtvorhaben mit einzubeziehen. Allerdings möchte ich betonen, dass ein guter Jäger nicht unbedingt Spass an Coursings hat. Unser Seumas (Killoeter Echt) hat eine ganz tolle Coursing-Abstammung, seine Mutter hat u.a. Dava gewonnen, und auch der Vater war äusserst erfolgreich. Seumas selbst hat ein ausserordentliches Gespür dafür, wann tatsächlich Wild in Reichweite ist, und dann ist er kaum zu halten. Zu einem Coursinglauf hat er sich aber nur in ganz jungen Jahren insgesamt drei mal überreden lassen.

Ich glaube nicht, dass es möglich ist, das Typische am Deerhound zu erhalten und gleichzeitig den Jagdtrieb "wegzuzüchten" (falls dies überhaupt möglich sein sollte.) Wer einen Windhund hat, muss mit dieser Eigenschaft umzugehen lernen.

 

Man sagt, dass es beim Deerhound noch keine Diskrepanz zwischen sogenannten Ausstellungs- und sogenannten Gebrauchshunden gibt, stimmt das Deiner Ansicht nach?

Diese Frage kann man nicht absolut beantworten, denn selbstverständlich gibt es auch Unterschiede zwischen Deerhounds, die hauptsächlich an Coursings und Rennen eingesetzt werden und solchen, die mehr Ausstellungen besuchen, aber im Vergleich mit anderen Windhundrassen steht der Deerhound — und dies nicht nur in der Schweiz — heute sehr gut da. Auch in Grossbritannien gibt es viele Hunde, die sowohl im Ring als auch auf dem Feld erfolgreich sind. Dabei darf man aber nie vergessen, dass die Jagd auf Hirsche längst verboten ist, und wohl niemand eine Entwicklung vom Deer- hound zum Hare- hound will. Es gab und gibt immer wieder Phasen, in welchen die Unterschiede plötzlich wieder grösser werden, das ganze sich dann aber wieder einpendelt.

 

Worauf legst Du besonderen Wert bei der Aufzucht Deiner Hunde?

In 3 Stichworten: Sozialisierung mit Mensch und Tier - Fütterung — Bewegung.

Der Kontakt nicht nur zum Züchter, sondern zu verschiedenen Erwachsenen und Kindern ist natürlich wichtig.

Für eine grosse Rasse muss zwingend auf angepasste Fütterung geachtet werden, mit mittlerem Energiegehalt und optimalem Ca:P-Verhältnis. Interessanterweise können uns unsere Welpen immer wieder davon überzeugen, dass sie nicht ausschliesslich Fertignahrung wünschen, sondern Selbstgekochtes viel lieber fressen.

Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass die Welpen mit zunehmendem Alter auch immer mehr Raum erobern können, einerseits auf dem eingezäunten Grundstück, andererseits aber auch beim Leinenlaufen ab 7 Wochen und beim Freilaufen im Wald, wobei sie auch gerade ans Auto gewöhnt werden.

 

Was hältst Du von Welpenspielgruppen?

Ich finde Welpenspielgruppen prinzipiell eine sehr gute Sache. Oft fühlen sich jedoch Deerhound-Welpen nicht angesprochen, sie wirken gelangweilt oder sogar abgestossen. Ich denke aber, dass es ihnen trotzdem gut tut. Ich besuche in der Regel auch einen Erziehungskurs, einesteils weil Erziehung in einer Gruppe keinesfalls schadet, anderenteils weil gerade bei unseren Hunden, die in einem Windhund-Rudel leben, der Kontakt zu andern Rassen besonders wichtig ist. Mit Seumas, Moira und Yankin habe ich sogar noch weitergearbeitet und beabsichtige, dies auch mit unserem jungen Rüden zu tun.

 

Nach welchen Kriterien suchst Du die zukünftigen Besitzer Deiner Welpen aus?

Die Faktoren Zeit, Platz, Umfeld müssen natürlich stimmen. Aber die persönliche Einstellung dem Hund allgemein gegenüber ist schliesslich ausschlaggebend. Der Hund darf keine Sache, kein Eigentum sein, sondern Partner. Wer sofort beim ersten Besuch das Geld hinlegt, den Welpen mitnehmen will und nicht die Absicht hat, mit dem Züchter in Kontakt zu bleiben, ist bei uns bestimmt falsch!

 

 

  Fyne im Schnee
Fyne im Schnee

Was hast Du für Träume?

Der Gedanke, dass der Deerhound zum Modehund werden könnte und dabei die Eigenschaften verlieren würde, die ihn so einzigartig machen, ist für mich ein Albtraum.

Ich wünsche der Rasse jetzt und in Zukunft verantwortungsvolle Züchter und begeisterungsfähige Besitzer, die dazu beitragen, der Nachwelt nicht nur diese faszinierenden Hunde sondern auch das nötige Umfeld zu erhalten.

the Deerhunters - Im Hägni 50 - CH-3294 Büren an der Aare - Telefon +41 (0)32 351 36 83